Braunes Langohr
Plecotus auritus

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Braunes Langohr vor schwarzem Hintergrund im Flug
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Ortstreu. Winter- und Sommerquartiere liegen meist wenige Kilometer auseinander. In vielen Städten nachgewiesen, zählt z.B. in Bayreuth und Berlin zu den häufigeren, in den meisten Städten aber zunehmend zu den seltenen Fledermausarten. Paarung im Herbst oder Frühling. Junge kommen im Juni / Juli zur Welt, können bereits Ende Juli / Anfang August fliegen. Relativ langsamer, sehr wendiger Flug. Jagdgebiete in Wäldern und entlang von Hecken und Bäumen, Braune Langohren können Beute rüttelnd von Blättern, Blüten und Wänden ablesen und lassen sich auch kurzzeitig auf Zweigen nieder, um Ohrwürmer und Raupen abzulesen. Hauptnahrung Nachtfalter. Während des Winters werden unterirdische Schlafplätze oft gewechselt. Die großen Ohren werden während des Tages- und Winterschlafs unter die Unterarme geklappt.

Erkennungsmerkmale

Auffallend große, beinahe körperlange Ohren, kurze und breite Flügel, große Augen. Fell oberseits braun, unterseits heller.

Gehört zu
Masse

Kopf-Rumpf-Länge 3,7-5,5 cm,
Flügelspannweite 24-28 cm,
Gewicht 4,6-12 g.

Ähnliche Arten

Zwillingsarten Graues Langohr und Alpenlangohr (Verbreitung in den Alpen). Die 30 Fledermausarten der Schweiz im Flug zu unterscheiden, ist oft schwierig. Anhaltspunkte geben die Größe, das Flugverhalten, deren Ultraschallrufe und die Lebensraumnutzung.

Gefährdungsgrad

Verletzlich (VU)

Aktivitätszeit

Winterschlaf; von Frühling bis Herbst dämmerungs- und nachtaktiv.

Lebensraum

Das Braune Langohr gilt als charakteristische Waldart und kann hier eine breite Palette von Habitaten nutzen, zu der auch Nadelholzbestände gehören können. Die Art ist aber auch in Siedlungen heimisch und jagt unter anderem an Gehölzstrukturen in den Ortschaften.

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Gefahren
  • Fassadenbeleuchtung: Die nächtliche Beleuchtung der Öffnungen, durch die Fledermäuse jeweils ihr Quartier verlassen, sollte vermieden werden, weil die Nachtjäger dann später ausfliegen. Und als Folge davon bleibt ihnen weniger Zeit für die Nahrungssuche.
  • Beleuchtung: Langohren meiden beleuchtete Gebiete. Deshalb sollten naturnahe Flächen möglichst nicht beleuchtet werden.
  • Netze: Fledermäuse können sich in feinmaschigen Netzen, die über Obstbäumen oder Reben gespannt werden, verheddern. Diese werden so zu tödlichen Fallen. Deshalb sollten Netze nur wenn unbedingt nötig verwendet und nach Gebrauch wieder entfernt werden.
  • Leimringe: diese in Eichen oder an Obstbäumen montierten Ringe zur giftfreien Schädlingsbekämpfung können, wenn sie ohne schützendes Gitter montiert werden, eine grausame Falle darstellen.
  • Baumschnitt: Baumschnittmaßnahmen in den Sommermonaten sollten vermieden werden.

 

Fördermassnahmen
Bestandesrückgang in den letzten Jahren

Das Braune Langohr leidet unter dichteren Verbauung und der Intensivierung in der heutigen Kulturlandschaft. Bestehende Quartiere von Braunen Langohren sollten daher unbedingt erhalten und gefördert werden. Oft fehlen auch Hecken und Strukturen, welche den Langohren als Flugrouten einen sicheren Weg ins Jagdgebiet ermöglichen.

Bepflanzen Sie Ihren Balkon und Ihren Garten mit einheimischen Pflanzen

Da diese Fledermausart Nachtfalter und andere größere Insekten frisst, kann mit einheimischer Bepflanzung des Gartens oder des Balkons viel zur Insektenvielfalt beigetragen werden. Besonders nachtblühende Stauden und Sträucher sind für Fledermäuse von besonderem Interesse. Große, blühende einheimische Bäume sind speziell wertvoll. Verzichten Sie bei der Behandlung Ihrer Pflanzen auf Insektizide und andere Gifte.

Beobachtungstipps

Jagende Braune Langohren

Braune Langohren besitzen die Fähigkeit, langsam und sehr wendig zu fliegen. Sie können senkrecht vom Boden starten und im Rüttelflug an Ort verharren. Im ländlichen Siedlungsraum können Braune Langohren entlang von Hecken und in Obstgärten oder bei großen Einzelbäumen beim Jagdflug beobachtet werden. Ein hilfreiches Werkzeug ist der Fledermaus-Detektor.

Fraßplätze mit Falterflügeln

Diese nächtlichen Jäger suchen ihre Beutetiere, mit Vorliebe Nachtfalter, im Blättergewirr von Bäumen und Sträuchern. Häufig wird die Beute im Rüttelflug von den Sträuchern oder vom Untergrund abgelesen. Erbeutet das Langohr große Falter, verzehrt es diese im Hängen an einem Fraßplatz und lässt unverdauliche Teile wie Flügel oder Fühler zu Boden fallen. Solche Jagdpausen-Plätze werden Fraßplätze genannt. Die herumliegenden Fraßreste verraten die Speisekarte dieser Flattertiere.

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