News

04.08.2020

Im hinteren Albulatal konnte durch die Wildhut anfangs August ein neues Wolfsrudel mit mindestens sechs Welpen best√§tigt werden, wie das Amt f√ľr Jagd und Fischerei des Kantons Graub√ľnden mitteilte. Mit diesem neuen Wolfsrudel sind es jetzt sieben Wolfsrudel, welche mehrheitlich auf B√ľndner Boden beheimatet sind.

Bereits Ende Juli gab das¬†Amt f√ľr Jagd und Fischerei des Kantons Graub√ľnden die Bildung eines weiteres Rudels bekannt, und zwar¬†im Einzugsgebiet des Vorderrheins. Dieses Rudel erhielt die Bezeichnung Stagias-Rudel. Die erste Best√§tigung stammt aus der N√§he von Sedrun.

Die grosse Wolfspr√§senz rund um Sedrun und Disentis hatte schon l√§nger darauf hingedeutet, dass sich in dieser Region ein weiteres Wolfsrudel bilden w√ľrde. Nun hat sich diese Vermutung best√§tigt. Bis jetzt konnten drei Jungtiere beobachtet werden. Das Revier des neuen Rudels umfasst das Gebiet Sursassiala. Es erstreckt sich √ľber die Gemeindegebiete Tujetsch, Disentis/Muster und Medel (Lucmagn).

Weitere Informationen zu den sieben Rudeln auf B√ľndner Boden.

Der Fotonachweis der Europäischen Ginsterkatze in einem Wald in der Nähe der Stadt Genf (© J. Pesaresi)
15.06.2020

Erstmals wurde die Europäische Ginsterkatze (Genetta genetta) in der Schweiz nachgewiesen. Das Tier, welches vermutlich von selbst in die Schweiz eingewandert ist, tappte in der Nähe von Genf in eine Fotofalle. 
Das urspr√ľngliche Verbreitungsgebiet dieser Ginsterkatzenart ist der Kontinent Afrika, jedoch ist sie auch auf der Iberischen Halbinsel und den Balearen zu finden. Wahrscheinlich wurde sie dort vor √ľber 3000 Jahren eingef√ľhrt. Lange Zeit blieb die Ginsterkatze in diesen Gebieten, breitete sich jedoch in den letzten Jahrzehnten weiter nach S√ľdfrankreich aus. Nun scheint es, als ob die Europ√§ische Ginsterkatze weiter gegen Norden wandert und bald vermehrt in der Schweiz gesichtet werden k√∂nnte. ¬†

Hier können Sie sich die Kamerafallenvideos dazu anschauen. 

Quelle: Pesaresi J. und Ruedi M. 2020. First Record of a presumed wild common genet (Genetta genetta) in Switzerland. Revue Suisse de Zoologie 127(1): 101-104.

10.06.2020

Dass orange Weidez√§une f√ľr Wildtiere gef√§hrlich werden k√∂nnen, ist gut nachvollziehbar. Diese Zaunsysteme funktionieren wie Fallen. Wildtiere k√∂nnen sich darin verheddern und dann nicht mehr selber befreien. So schreibt etwa das Igelzentrum Z√ľrich, welches immer wieder Meldungen erh√§lt von Igeln, die in solchen Z√§unen zu Tode kommen, dass die Z√§une, sobald sie nicht mehr gebraucht werden, umgehend wegzur√§umen sind.¬†

Im Sommer 2018 z√§unte ein Landwirt sein Wiesland f√ľr seine Schafe mit einem rund einen Meter hohen Weidenetz ein. Nach dem Abweiden blieb der Zaun entlang des Waldrandes mehrere Wochen stehen, obwohl keine Schafe mehr auf die Wiese gelassen wurden.¬†

Ein Wildh√ľter entdeckte Mitte Oktober den Kadaver einer erwachsenen Rehgeiss. Das Wildtier hatte sich laut Anklageschrift im Netz verheddert, einen Teil des Zauns in den Wald gerissen und sich in den Maschen selbst stranguliert. Das Kreisgericht Wil verurteilte den Landwirt im Mai 2019 wegen fahrl√§ssiger Tierqu√§lerei. Der Landwirt hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Die Verhandlung des Falls fand am vergangenen Montag statt. Das Urteil wird vom Kantonsgericht St. Gallen schriftlich bekannt geben.

In St.Gallen wird zurzeit die Volksinitiative "Stopp dem Tierleid - gegen Z√§une als Todesfallen f√ľr Wildtiere" h√§ngig. Die Initiative, eingereicht von RevierJagd¬†St.Gallen, Pro Natura St.Gallen-Appenzell und WWF St.Gallen, wurde am letzten Dienstag vom Kantonsrat abgelehnt, der vom Regierungsrat einen Gegenvorschlag verlangt.¬†

Mehr dazu im Artikel der Tierwelt.

02.06.2020


Biberdamm bei Seuzach im März 2019 (© Cornelia Caviezel / wildenachbarn.ch)

Biber breiten sich weiter im Kanton Z√ľrich aus. Wenn junge Biber erwachsen sind, m√ľssen sie aus dem elterlichen Territorium abwandern und suchen dann geeignete Gebiete f√ľr ein eigenes Territorium.¬†Die Biberbest√§nde werden im Kanton Z√ľrich alle drei Jahre erhoben. Beim letzten¬†Monitoring¬†im Winter 2016/17 wurde der Bestand auf 394 Biber in 106 Revieren gesch√§tzt. Aktuell d√ľrften es 450 bis 500 Biber sein. Die Biberfachstelle im Kanton Z√ľrich¬†f√ľhrt 2019/2020 wieder eine Biberz√§hlung durch, zusammen mit Freiwilligen und Unterst√ľtzung von WWF und Pro Natura.¬†

Rund um Winterthur gibt es einige Sichtungen in den letzten Jahren. Neu ist, dass Biber auf Gemeindeboden von Winterthur beobachtet wurden, wie der Landbote am 29. Mai 2020 berichtet hat. 

28.05.2020

Die Ausbreitung der Biber Richtung Sihl kann bestens anhand der Beobachtungsmeldungen auf StadtWildTiere nachverfolgt werden. 

Am 22. Mai meldete ein aufmerksamer Stadtnaturbeobachter einen Biber vom Hafen Enge, den er zwischen 12 und 12.59 Uhr beobachtet hat. Er schreibt dazu: "Biber schwamm gelassen in ca. 2m Distanz vom Ufer in Richtung Seepolizei. Konnten ihn ca. 50 m begleiten."

Am gleichen Tag, zwischen 19 und 19.59 Uhr beobachtete ein anderer Stadtnaturbeobachter einen Biber bei der H√∂chlerbr√ľcke an der Sihl in Leimbach. Der Beobachter schreibt dazu: "Sehr sch√∂nes grosses Tier, gut zu beobachten von der H√∂cklerbr√ľcke aus in der D√§mmerung. Pendelt arbeitssam zwischen verschiedenen Uferb√∂schungen und Ausstiegen in die Wiese."

Ob es sich wohl um denselben Biber handelt? Oder sind es zwei verschiedene Biber, vermutlich j√ľngere Tiere, die von der Limmat wegwandern mussten, da die Reviere dort besetzt sind?¬†

Kurzfilm auf Youtube √ľber die Biber in Z√ľrich Leutschenbach

Bild: Livia Haag
27.05.2020

Der Mittelwald im Hardholz bietet der gef√§hrdeten Haselmaus l√§ngerfristig einen idealen geb√ľsch- und artenreichen Lebensraum. Doch bis anhin fehlt von unserer kleinsten einheimischen Schl√§ferart am Beerenberg jede Spur. Im Rahmen des F√∂rderprogramms Haselmaus des Natur- und Vogelschutzvereins Winterthur-Seen suchen wir nun freiwillige HelferInnen, welche sich im Rumstal mit Spurentunnel auf die Suche nach den n√§chstgelegenen Haselmaus-Vorkommen machen. Erst wenn wir wissen, wo sich die Haselmaus aufh√§lt, k√∂nnen wir uns an die Arbeit machen und ihren aktuellen Lebensraum mit dem Hardholz vernetzen.

Ca. Mitte August werden zusammen mit erfahrenen SpurensucherInnen Spurentunnel aufgeh√§ngt, in welchen Haselmaus, Siebenschl√§fer, Waldmaus und Co ihre charakteristischen Fussabdr√ľcke hinterlassen. Die Spurentunnel werden anschliessend √ľber ca. 6 Wochen bis Ende September w√∂chentlich kontrolliert. Die Arbeit kann alleine, in Zweierteams oder als Familie in Angriff genommen werden. Die Kontrolle einer Untersuchungsstrecke mit 20 Spurentunnels erfordert einen Zeitaufwand von ca. 1.5 bis 2h pro Woche.

Wir freuen uns sehr √ľber jede Mithilfe bei der Suche nach der Haselmaus!

Kontakt: Förderprogramm Haselmaus, Livia Haag, livia.haag@naturschutzbuero.ch, 043 500 38 42

Rehe auf dem Friedhof Hörnli, Bild David Riedener / wildenachbarn.ch
19.05.2020

Die Rehe auf dem Basler Friedhof H√∂rnli, am Waldrand im Osten der Stadt gelegen, wurden auch schon auf Wilde Nachbarn zusammen mit Bildern gemeldet. W√§hrend die Stadtg√§rtnerei Basel die Tiere dezimieren m√∂chte, wehren sich Tiersch√ľtzer/innen gegen den Abschuss der Tiere und haben eine Petition lanciert, die bereits 15'000 Personen unterschrieben haben.

Eine L√∂sung f√ľr die Probleme ist nicht leicht zu finden. Den Friedhof einzuz√§umen ist kaum m√∂glich, da Rehe auch hohe Z√§une √ľberspringen k√∂nnen. Vergr√§mungsaktionen seien zu wenig erfolgreich gewesen.¬†Die Tiersch√ľtzer/innen wollen die Rehe umsiedeln, was allerdings ebenfalls nicht ohne weiteres m√∂glich, und auch aus Tierschutzsicht nicht unbedenklich ist.¬†

Beitrag auf SRF, Sendung "Schweiz aktuell" vom 12. Mai 2020

14.05.2020

Zuchtbetriebe f√ľr Pelztiere wie die Nerzfarmen in Holland halten Expertinnen und Experten f√ľr Risikofaktoren f√ľr die Ausbreitung von Krankheiten. Es leben so viele Tiere auf engem Raum zusammen, wie das nat√ľrlicherweise nie vorkommen w√ľrde. Eine Ansteckung zwischen Tier und Mensch ist durchaus m√∂glich, wenn diese √ľber l√§ngere Zeit in Kontakt stehen.

Bei einigen Corona-Viren so auch beim¬†neuen Corona-Virus Sars-CoV-2 ist davon auszugehen, dass sie zuerst von Wildtieren auf den Menschen √ľbergesprungen sind und dann von Mensch zu Mensch weiter gegeben wurden. Die √úbertragung von Corona-Virus Sars-CoV-2 aufgrund eines¬†unnat√ľrlich nahen und tier- und natursch√ľtzerisch h√∂chst bedenklichen Kontakts zwischen Menschen und Tieren fand mit grosser Wahrschenlichkeit auf einem Wildtiermarkt¬†in der Chinesischen Stadt Wuhan statt.¬†

Ein Grund mehr, keinen Echtpelz zu tragen.

© Christine Moor / stadtwildtiere.ch
26.04.2020

Kolkraben sind die gro√üen Verwandten der Rabenkr√§hen, die bei uns h√§ufiger sind und jedes Kind kennt. Beide V√∂gel geh√∂ren trotz ihres kr√§chzenden Rufs zu den Singv√∂geln, deren gr√∂sster Vertreter der Kolkrabe ist. Die stattlichen schwarzen V√∂gel mit dem kr√§ftigen Schnabel br√ľten seit den 1980er-Jahren allj√§hrlich am Bundeshaus. Nach der gro√üen Bundeshausrenovierung war das Kolkrabennest f√ľr einige Jahre nicht mehr besetzt, nun sind die V√∂gel wieder zur√ľck, wie die Bilder einer Stadtnaturbeobachterin eindr√ľcklich zeigen - zu sehen in der Galerie von stadtwildtiere.ch.

Dieser Goldschakal wurde im Kanton Tessin fotografiert (Cantone Ticino).
21.04.2020

Der Goldschakal (Canis aureus) ist im Tessin angekommen. Die Sichtung wurde in Onsernonetal-Centovalli durch den √∂rtlichen Wildh√ľter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Tessin best√§tigt, wie die Stiftung KORA (Koordinierte Raubtierprojekte) am 21. April 2020 bekannt gab. Der Goldschakal, ein mittelgro√ües Raubtier von etwa 15 kg, ist ein Vertreter¬†der Familie der Caniden, das sich in Europa auf nat√ľrliche Weise ausbreitet.

Urspr√ľnglich lebte die Art in Arabien, Indien¬†bis in die T√ľrkei. Der Klimawandel hat die Ausbreitung dieser Art nach Westen erm√∂glicht. In der Schweiz wurde 2011 der erste Nachweis¬†in den Nordwest-Alpen gemacht. Im Jahr 2019 wurden Goldschakale¬†in den Kantonen Graub√ľnden, Freiburg und Genf beobachtet.¬†Dabei handelte es sich immer um Einzeltiere.¬†

KORA, Koordinierte Raubtierprojekte der Schweiz

 

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