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10.09.2020

Die untersuchten Wildtierbest√§nde von S√§ugetieren, V√∂geln, Reptilien, Amphibien und Fischen gehen weiterhin rapide zur√ľck, wie der WWF Schweiz in seiner Medienmitteilung vom 10. Sept. 2020 schreibt. Der Druck auf die Tierbest√§nde durch menschliche Aktivit√§ten hat weiter zugenommen: Illegale Jagd, Entwaldung und umweltsch√§dliche Landwirtschaft sind einige der Ursachen. Der neuste Living Planet Report des WWF legt die schockierenden Fakten auf den Tisch und definiert dringende Massnahmen, um den Trend bis 2030 umzukehren.

Medienmitteilung des WWF Schweiz zum neusten Living Planet Report 2020

WWF (2020) Living Planet Report 2020 - Bending the curve of biodiversity loss. Almond, R.E.A., Grooten M. and Petersen, T. (Eds).
WWF, Gland, Switzerland. 159 pp. PDF

01.09.2020

Ein sehenswerter Kurzfilm zu B√§ren im Norden Rum√§niens zeigt, wie die eindr√ľcklichen Wildtiere des nachts durch D√∂rfer spazieren und wie lokale Organisationen sich daf√ľr einsetzen, Wege f√ľr ein Zusammenleben von B√§ren und der Bev√∂lkerung zu finden.

Der Kurzfilm ist teil einer kleinen Filmserie, die sachliche Informationen √ľber B√§ren f√ľr die Bev√∂lkerung aufbereitet, um aufzuzeigen, dass ein Zusammenleben m√∂glich ist, wenn die Menschen sich an gewisse Vorgaben halten.¬†

Das B√§renprojekt der Milvus Group Bird and Nature Protection Association, geleitet vom Wildtierbiologen Csaba Domokos, wird seit vielen Jahren von der Schweizer Bernd Thies-Stiftung unterst√ľtzt und ist ein gutes Beispiel daf√ľr, dass sich eine langfristige, nachhaltige Unterst√ľtzung eines Projekts lohnen kann.

Link zum Film

30.08.2020

In Biel musste die Polizei am Donnerstag, 27. August 2020, wegen eines jungen Fuchses ausr√ľcken. Dieser hatte offenbar die Orientierung verloren und drehte sich nonstop im Kreis. Das Tier wurde von der Polizei eingefangen und nach R√ľcksprache mit dem Wildh√ľter von seinem Leiden¬†erl√∂st.¬†

Die traurige Szene spielt sich direkt neben einer viel befahrenen Strasse ab. Die Annahme liegt deshalb nahe, dass der Fuchs, der sonst gesund aussieht, wohl von einem Auto angefahren wurde und einen Schlag auf den Kopf erhalten hat. Das kann eine Schädigung des Gleichgewichtssinns zur Folge haben. 

Wenn man einem verletzten oder kranken Wildtier begegnet, sollte man nicht selber dem Tier zu helfen versuchen. Verletzte Tiere k√∂nnen gef√§hrlich werden. Am besten ruft man der Polizei oder dem Wildh√ľter an, die daf√ľr ausgebildet sind, mit Wildtieren umzugehen und falls n√∂tig, das Tier beh√§ndigen oder¬†t√∂ten k√∂nnen.¬†

Link zum Artikel im 20 minuten.

© Sina Plenker / wildenachbarn.de
20.08.2020

Fuchs, Kaninchen oder Dachs: Viele Menschen erfreuen sich an Wildtieren in ihrer Umgebung. Doch Wildtiere halten sich nicht immer an die Regeln und Vorstellungen ihrer menschlichen Nachbarinnen und Nachbarn, wodurch Konflikte programmiert sind. Geva Peerenboom, Fanny Betge, und Prof. Dr. Ilse Storch von der Professur f√ľr Wildtier√∂kologie und Wildtiermanagement der Universit√§t Freiburg haben gemeinsam mit Dr. Christof Janko vom Ministerium f√ľr L√§ndlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-W√ľrttemberg deshalb das Handbuch ‚ÄěWildtiermanagement im Siedlungsraum‚Äú erarbeitet. Dieses soll als Leitfaden f√ľr Personen, die sich mit dem Thema befassen, sowie Beh√∂rden in Stadt- und Landkreisen sowie Kommunen Baden-W√ľrttembergs dienen, um konfliktreichen Situationen zwischen Menschen und Tieren vorzubeugen oder diese abzumildern.

‚ÄěIn allen Gemeinden Baden-W√ľrttembergs machen Menschen direkte Erfahrungen mit Wildtieren, die allerdings nicht immer den Erwartungen entsprechen‚Äú, erkl√§rt Peerenboom. Oft habe das Zusammentreffen von Mensch und Wildtier im Siedlungsraum negative Auswirkungen, seien es √∂konomische, psychologische oder gesundheitliche: Wildtiere k√∂nnen Sch√§den an menschlichem Eigentum verursachen, wie das Wildschwein im Garten, die Nachtruhe der Menschen st√∂ren, wie der Marder im Dachstuhl, oder Krankheiten wie den Kleinen Fuchsbandwurm √ľbertragen. ‚ÄěUnd Menschen k√∂nnen, meist aus Unkenntnis, bei Wildtieren vermeidbare Leiden verursachen‚Äú, sagt die Freiburger Wissenschaftlerin. ‚ÄěGleichzeitig erleben viele Menschen Wildtiere im Siedlungsraum als bereicherndes Naturerlebnis und erfreuen sich an den Tieren. Eine Vielfalt an Tierarten in urbanen Gebieten ist gesellschaftlich gewollt.‚Äú

Deshalb f√∂rderte das Ministerium f√ľr L√§ndlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-W√ľrttemberg von 2010 bis 2020 das Projekt ‚ÄěWildtiere im Siedlungsraum Baden-W√ľrttembergs‚Äú der Albert-Ludwigs-Universit√§t.¬†

Link zum Handbuch

Link zur Medienmitteilung

04.08.2020

Im hinteren Albulatal konnte durch die Wildhut anfangs August ein neues Wolfsrudel mit mindestens sechs Welpen best√§tigt werden, wie das Amt f√ľr Jagd und Fischerei des Kantons Graub√ľnden mitteilte. Mit diesem neuen Wolfsrudel sind es jetzt sieben Wolfsrudel, welche mehrheitlich auf B√ľndner Boden beheimatet sind.

Bereits Ende Juli gab das¬†Amt f√ľr Jagd und Fischerei des Kantons Graub√ľnden die Bildung eines weiteres Rudels bekannt, und zwar¬†im Einzugsgebiet des Vorderrheins. Dieses Rudel erhielt die Bezeichnung Stagias-Rudel. Die erste Best√§tigung stammt aus der N√§he von Sedrun.

Die grosse Wolfspr√§senz rund um Sedrun und Disentis hatte schon l√§nger darauf hingedeutet, dass sich in dieser Region ein weiteres Wolfsrudel bilden w√ľrde. Nun hat sich diese Vermutung best√§tigt. Bis jetzt konnten drei Jungtiere beobachtet werden. Das Revier des neuen Rudels umfasst das Gebiet Sursassiala. Es erstreckt sich √ľber die Gemeindegebiete Tujetsch, Disentis/Muster und Medel (Lucmagn).

Weitere Informationen zu den sieben Rudeln auf B√ľndner Boden.

Der Fotonachweis der Europäischen Ginsterkatze in einem Wald in der Nähe der Stadt Genf (© J. Pesaresi)
15.06.2020

Erstmals wurde die Europäische Ginsterkatze (Genetta genetta) in der Schweiz nachgewiesen. Das Tier, welches vermutlich von selbst in die Schweiz eingewandert ist, tappte in der Nähe von Genf in eine Fotofalle. 
Das urspr√ľngliche Verbreitungsgebiet dieser Ginsterkatzenart ist der Kontinent Afrika, jedoch ist sie auch auf der Iberischen Halbinsel und den Balearen zu finden. Wahrscheinlich wurde sie dort vor √ľber 3000 Jahren eingef√ľhrt. Lange Zeit blieb die Ginsterkatze in diesen Gebieten, breitete sich jedoch in den letzten Jahrzehnten weiter nach S√ľdfrankreich aus. Nun scheint es, als ob die Europ√§ische Ginsterkatze weiter gegen Norden wandert und bald vermehrt in der Schweiz gesichtet werden k√∂nnte. ¬†

Hier können Sie sich die Kamerafallenvideos dazu anschauen. 

Quelle: Pesaresi J. und Ruedi M. 2020. First Record of a presumed wild common genet (Genetta genetta) in Switzerland. Revue Suisse de Zoologie 127(1): 101-104.

10.06.2020

Dass orange Weidez√§une f√ľr Wildtiere gef√§hrlich werden k√∂nnen, ist gut nachvollziehbar. Diese Zaunsysteme funktionieren wie Fallen. Wildtiere k√∂nnen sich darin verheddern und dann nicht mehr selber befreien. So schreibt etwa das Igelzentrum Z√ľrich, welches immer wieder Meldungen erh√§lt von Igeln, die in solchen Z√§unen zu Tode kommen, dass die Z√§une, sobald sie nicht mehr gebraucht werden, umgehend wegzur√§umen sind.¬†

Im Sommer 2018 z√§unte ein Landwirt sein Wiesland f√ľr seine Schafe mit einem rund einen Meter hohen Weidenetz ein. Nach dem Abweiden blieb der Zaun entlang des Waldrandes mehrere Wochen stehen, obwohl keine Schafe mehr auf die Wiese gelassen wurden.¬†

Ein Wildh√ľter entdeckte Mitte Oktober den Kadaver einer erwachsenen Rehgeiss. Das Wildtier hatte sich laut Anklageschrift im Netz verheddert, einen Teil des Zauns in den Wald gerissen und sich in den Maschen selbst stranguliert. Das Kreisgericht Wil verurteilte den Landwirt im Mai 2019 wegen fahrl√§ssiger Tierqu√§lerei. Der Landwirt hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Die Verhandlung des Falls fand am vergangenen Montag statt. Das Urteil wird vom Kantonsgericht St. Gallen schriftlich bekannt geben.

In St.Gallen wird zurzeit die Volksinitiative "Stopp dem Tierleid - gegen Z√§une als Todesfallen f√ľr Wildtiere" h√§ngig. Die Initiative, eingereicht von RevierJagd¬†St.Gallen, Pro Natura St.Gallen-Appenzell und WWF St.Gallen, wurde am letzten Dienstag vom Kantonsrat abgelehnt, der vom Regierungsrat einen Gegenvorschlag verlangt.¬†

Mehr dazu im Artikel der Tierwelt.

02.06.2020


Biberdamm bei Seuzach im März 2019 (© Cornelia Caviezel / wildenachbarn.ch)

Biber breiten sich weiter im Kanton Z√ľrich aus. Wenn junge Biber erwachsen sind, m√ľssen sie aus dem elterlichen Territorium abwandern und suchen dann geeignete Gebiete f√ľr ein eigenes Territorium.¬†Die Biberbest√§nde werden im Kanton Z√ľrich alle drei Jahre erhoben. Beim letzten¬†Monitoring¬†im Winter 2016/17 wurde der Bestand auf 394 Biber in 106 Revieren gesch√§tzt. Aktuell d√ľrften es 450 bis 500 Biber sein. Die Biberfachstelle im Kanton Z√ľrich¬†f√ľhrt 2019/2020 wieder eine Biberz√§hlung durch, zusammen mit Freiwilligen und Unterst√ľtzung von WWF und Pro Natura.¬†

Rund um Winterthur gibt es einige Sichtungen in den letzten Jahren. Neu ist, dass Biber auf Gemeindeboden von Winterthur beobachtet wurden, wie der Landbote am 29. Mai 2020 berichtet hat. 

28.05.2020

Die Ausbreitung der Biber Richtung Sihl kann bestens anhand der Beobachtungsmeldungen auf StadtWildTiere nachverfolgt werden. 

Am 22. Mai meldete ein aufmerksamer Stadtnaturbeobachter einen Biber vom Hafen Enge, den er zwischen 12 und 12.59 Uhr beobachtet hat. Er schreibt dazu: "Biber schwamm gelassen in ca. 2m Distanz vom Ufer in Richtung Seepolizei. Konnten ihn ca. 50 m begleiten."

Am gleichen Tag, zwischen 19 und 19.59 Uhr beobachtete ein anderer Stadtnaturbeobachter einen Biber bei der H√∂chlerbr√ľcke an der Sihl in Leimbach. Der Beobachter schreibt dazu: "Sehr sch√∂nes grosses Tier, gut zu beobachten von der H√∂cklerbr√ľcke aus in der D√§mmerung. Pendelt arbeitssam zwischen verschiedenen Uferb√∂schungen und Ausstiegen in die Wiese."

Ob es sich wohl um denselben Biber handelt? Oder sind es zwei verschiedene Biber, vermutlich j√ľngere Tiere, die von der Limmat wegwandern mussten, da die Reviere dort besetzt sind?¬†

Kurzfilm auf Youtube √ľber die Biber in Z√ľrich Leutschenbach

Bild: Livia Haag
27.05.2020

Der Mittelwald im Hardholz bietet der gef√§hrdeten Haselmaus l√§ngerfristig einen idealen geb√ľsch- und artenreichen Lebensraum. Doch bis anhin fehlt von unserer kleinsten einheimischen Schl√§ferart am Beerenberg jede Spur. Im Rahmen des F√∂rderprogramms Haselmaus des Natur- und Vogelschutzvereins Winterthur-Seen suchen wir nun freiwillige HelferInnen, welche sich im Rumstal mit Spurentunnel auf die Suche nach den n√§chstgelegenen Haselmaus-Vorkommen machen. Erst wenn wir wissen, wo sich die Haselmaus aufh√§lt, k√∂nnen wir uns an die Arbeit machen und ihren aktuellen Lebensraum mit dem Hardholz vernetzen.

Ca. Mitte August werden zusammen mit erfahrenen SpurensucherInnen Spurentunnel aufgeh√§ngt, in welchen Haselmaus, Siebenschl√§fer, Waldmaus und Co ihre charakteristischen Fussabdr√ľcke hinterlassen. Die Spurentunnel werden anschliessend √ľber ca. 6 Wochen bis Ende September w√∂chentlich kontrolliert. Die Arbeit kann alleine, in Zweierteams oder als Familie in Angriff genommen werden. Die Kontrolle einer Untersuchungsstrecke mit 20 Spurentunnels erfordert einen Zeitaufwand von ca. 1.5 bis 2h pro Woche.

Wir freuen uns sehr √ľber jede Mithilfe bei der Suche nach der Haselmaus!

Kontakt: Förderprogramm Haselmaus, Livia Haag, livia.haag@naturschutzbuero.ch, 043 500 38 42

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