Braunbrustigel und Weißbrustigel
Erinaceus europaeus und Erinaceus roumanicus

Lebensraum

Garten und Park
Hecken und Waldränder

In Mitteleuropa kommen zwei Igelarten vor. Der Braunbrustigel oder auch Westigel (Erinaceus europaeus) hat sein Verbreitungsgebiet in gro√üen Teilen West-, Mittel- und Nordeuropas. Der N√∂rdliche Wei√übrustigel oder auch Osteurop√§ischer Igel (Erinaceus roumanicus) kommt hingegen in Mittel- und Osteuropa, am Baltikum und im Kaukasus bis Westsibirien vor. Quer durch das √∂stliche Mitteleuropa (vom westlichen Polen √ľber √Ėsterreich bis zur norditalienischen Adriak√ľste) erstreckt sich ein etwa 200 Kilometer breiter Bereich, in dem sich das Verbreitungsgebiet des Braunbrustigels mit dem des Wei√übrustigels √ľberlappt.

Beide Arten sind d√§mmerungs- und nachtaktiv, k√∂nnen bis zur Morgend√§mmerung mehrere Kilometer zur√ľcklegen. Fast ausschlie√ülich tierische Kost, verzehren gerne Insekten, besuchen Komposthaufen, vertilgen Schnecken, gehen auch an herumstehendes Katzen- und Hundefutter. Einzelg√§nger, deren Aktionsr√§ume sich √ľberschneiden k√∂nnen. Tags√ľber in manchmal nestartig ausgepolstertem Unterschlupf (in Hecken, Bodenbedeckern wie Efeu, Asthaufen, Hohlr√§umen unter Geb√§uden), Schlafpl√§tze werden oft gewechselt. Halten Winterschlaf, im ersten Winter stirbt ein Gro√üteil der Jungtiere. Ab 2. Jahr geschlechtsreif, Paarungszeit April‚ÄďAugust. Vor der Paarung ¬ęIgelkarussell¬Ľ: M√§nnchen umkreisen die zuerst abweisend schnaubenden Weibchen oft stundenlang. Zum Schutz vor Feinden rollt sich der Igel zur Stachelkugel ein. Ausgewachsene, gesunde Igel haben von F√ľchsen nichts zu bef√ľrchten, Dachse und Uhus hingegen k√∂nnen ihnen gef√§hrlich werden. Gro√üe Verluste durch Verkehr. Igel erreichen in der Stadt eine 2- bis 3-mal h√∂here Bestandsdichte als im Umland (nach Untersuchungen in Z√ľrich w√§hrend der fr√ľhen 1990er-Jahre). Sie sch√§tzen reich gegliederte G√§rten mit einer Vielfalt von Strukturen, die ihnen Unterschlupf und Nahrung bieten. Auch Zierrasen werden auf der Suche nach Insekten und Regenw√ľrmern aufgesucht, k√∂nnen jedoch ohne naturnahe Umgebung keinen vollst√§ndigen Lebensraum bilden.

Erkennungsmerkmale 
Typisches Stachelkleid. Unverwechselbar. Der Weißbrustigel unterscheidet sich vom Braunbrustigel wie es der Name schon sagt, am stärksten durch die hellere Färbung der Brust, die sich deutlich von der braunen oder braungrauen Umgebung abhebt.
Lebensraum 
Gärten, Parkanlagen, Wiesen mit Hecken, Waldränder, Brachen.
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
√Ąhnliche Arten

Keine ähnlichen Arten

Ma√üe 

Kopf-Rumpf-L√§nge 25‚Äď30 cm, Schwanz 2,5‚Äď3 cm, Gewicht 800‚Äď1700 g.

Aktivit√§tszeit 
Dämmerungs- und nachtaktiv. Winterschlaf: Ende Oktober- März
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch

Frischling. © Christian Bottlang / wildenachbarn.ch

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Auf Wiesen- und Rasenflächen unterwegs

Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie fressen gern auf offenen Wiesen- und Rasenflächen, z.B. rund um gut zugängliche Wohnsiedlungen. Dort können sie leicht entdeckt werden, da sie beim Fressen laut schmatzen oder geräuschvoll im Laub rascheln. Sobald man einen Igel im Visier hat, sollte man sich ruhig verhalten: Distanz bewahren, Tiere nicht stören, nicht anfassen.

© S.Gloor / swild.ch

Ein idealer Igel-Innenhof: Eine offene Wiesenfl√§che f√ľr die n√§chtliche Futtersuche, gedeckte Bereiche als Versteck.

Den Lebensraum verbessern

Igel sch√§tzen abwechslungsreiche G√§rten, Innenh√∂fe und Gr√ľnanlagen, die ihnen Unterschlupf und Nahrung bieten: Mit krautiger Vegetation begleitete Hecken aus einheimischen Str√§uchern und Stauden, Kompost-, Laub- und Asthaufen, vielf√§ltige Wiesen und dornige B√ľsche wie Wildrosen und Schlehdorn.

Mut zur Wildnis

Exotische Pflanzen bieten Schmetterlingen, Wildbienen und Co. meist keine Lebensgrundlage. Da Igel Insektenfresser sind, profitieren auch sie von einheimischen Pflanzen. Der Verzicht auf chemische Sch√§dlingsbek√§mpfungsmittel wirkt sich f√ľr Igel ebenfalls positiv aus. Bei der Garten- und Umgebungspflege ist Mut zur Wildnis gefragt. Lassen Sie Laub im Herbst liegen oder schichten Sie es zu Haufen auf. Igel verstecken sich gerne im Laub und benutzen es zur Isolation ihrer Nester.

Igel im Herbst?

Igel geh√∂ren ins Freie. F√ľr Igel, die bei andauernden Minustemperaturen oder bei geschlossener Schneedecke drau√üen angetroffen werden, sowie f√ľr schwache oder kranke Igel kann man eine Futterstelle und einen Nestplatz an gesch√ľtzter Stelle im Freien einrichten.

Gefahren 
  • Verkehr: Dem Verkehr fallen j√§hrlich tausende Igel zum Opfer, besonders in ruhigen Wohnquartieren, wo heute die meisten Igel leben. Fahren Sie dort auch in der Nacht besonders langsam und vorsichtig.
  • Sch√§dlingsbek√§mpfungsmittel: Biologische Mittel verwenden, Schneckenk√∂rner sparsam einsetzen.
  • M√§hger√§te (Motorsensen, Rasenm√§hroboter): Gef√§hrlich ist das M√§hen unter B√ľschen, weil dadurch dort tags√ľber ruhende Igel verletzt oder get√∂tet werden k√∂nnen.
  • Mauern und Hindernisse, die h√∂her als 20 cm sind, k√∂nnen f√ľr Igel zum un√ľberwindbaren Hindernis werden.
  • Gef√§hrliche Fallen: Steilwandige Schwimmbecken, Gartenteiche und Lichtsch√§chte sind f√ľr Igel und andere Kleintiere lebensgef√§hrliche Fallen. Abhilfe schaffen Ausstiegshilfen (‚ÄěH√ľhnerleiter‚Äú).
  • Verletzte Tiere und verwaiste Jungtiere geh√∂ren in fachkundige H√§nde. Wenden Sie sich an die n√§chste Igelstation oder an einen Tierarzt.
Beobachten im Tierpark

Igel können im Tierpark Goldau im Gehege beobachtet werden.

Mehr Informationen
  • Verein Pro Igel: Der Verein setzt sich f√ľr den Schutz und die F√∂rderung des Igels und seiner Lebensr√§ume ein.
Säugetieratlas
Träger