Wildkaninchen
Oryctolagus cuniculus

Lebensraum

Ruderalfläche, Verkehrswege, offene Flächen
Garten und Park
Wiese, Obstgärten, Felder

Stammform aller Hauskaninchen. Gesellig. Eine Familie umfasst 2-3 MĂ€nnchen und 4-6 Weibchen. Strenge Hierarchie, ranghöchstes MĂ€nnchen und Weibchen verteidigen Territorium. Mehrere Familien können sich zu Sippen vereinen. Legen Erdbaue an. Nutzen Baumaterialien, Holzstapel usw. als Unterschlupf. ErnĂ€hrung: GrĂ€ser, KrĂ€uter, Kulturpflanzen wie Getreide, Mais, sowie Rinde von StrĂ€uchern und BĂ€umen. Weibchen haben 2-3 WĂŒrfe mit 2-6 Jungen pro Jahr. Hohe Sterblichkeit im Winter. Wildernde Hauskatzen und Steinmarder sind innerhalb von Siedlungsgebieten die wichtigsten Feinde. Dezimierung durch Viruskrankheiten (Myxomatose und die Chinaseuche, auch rabbit haemorragic disease (RHD)), mitteleuropĂ€ische BestĂ€nde im letzten Jahrzehnt stark rĂŒcklĂ€ufig.

Erkennungsmerkmale 
Fell graubraun, Bauchseite hell grauweiß, Schwanzunterseite weiß. Bei Kreuzung mit Hauskaninchen sind verschiedene Farbvariationen möglich.
Lebensraum 
Zum Graben gĂŒnstige trockene, sandige Böden bevorzugt, ebenso kĂŒnstlich aufgeschĂŒttete Erdhaufen. BahndĂ€mme, GĂ€rten, Parkanlagen, Friedhöfe. In Deutschland weit verbreitet, im Westen besonders hĂ€ufig; in Österreich hauptsĂ€chlich im Osten, in der Schweiz nur vereinzelte, isolierte Vorkommen. Auf RasenflĂ€chen in GĂ€rten, bis in die InnenstĂ€dte.
GefÀhrdungsgrad
Vorwarnliste
Ähnliche Arten

Andere Hasenartige sind der Feldhase und der Schneehase. Der Schneehase ist ein Bewohner höherer Lagen, allerdings kommt es vereinzelt zu Hybridisierung (Kreuzung) zwischen den Arten. Kreuzungen zwischen Feldhase und Wildkaninchen sind auf Grund ihrer unterschiedlichen Chromosomenanzahl nicht möglich. Der Feldhase ist im Unterschied zum Kaninchen grĂ¶ĂŸer und mit lĂ€ngeren Ohren und Hinterbeinen ausgestattet. Ähnlichkeiten hat das Wildkaninchen auch mit dem Hauskaninchen, welches von ihm abstammt.

Maße 

Kopf-RumpflÀnge 35-45 cm, Ohren 6-8 cm, 1.5-2.5 kg.

AktivitĂ€tszeit 
GanzjÀhrig dÀmmerungs- und nachtaktiv, in StÀdten oft auch tagaktiv.
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch

Frischling. © Christian Bottlang / wildenachbarn.ch

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Kaninchenspuren

Der erste Schritt beim Beobachten, ist das Suchen nach Spuren. Der Abdruck der Kaninchenpfoten ist beispielsweise im Schnee gut zu entdecken und sehr typisch. Leicht zu identifizieren sind auch die kleinen Kotpillen. Auch Kaninchenbaue, die vorzugsweise in weichen sandigen Boden gegraben werden, sind ein guter Beobachtungspunkt.

Spaziergang in der DĂ€mmerung

Kaninchen sind dĂ€mmerungs- und nachtaktiv, im Siedlungsraum kann man sie aber auch tagsĂŒber gut beobachten. Hat man also Spuren entdeckt, kann man sich in der DĂ€mmerung auf die Pirsch machen. Mit großer Wahrscheinlichkeit begegnet man dann verschiedenen Tieren, mit etwas GlĂŒck ist ein Kaninchen dabei.

Kaninchenlosung

© 4028mdk09 / WikiCommons

Nicht fĂŒttern

Kaninchen bevorzugen sandige, weiche Böden, um ihre Baue zu graben. Sollten Sie das GlĂŒck haben, einen Kaninchenbau in ihrer NĂ€he zu haben, genießen Sie die Möglichkeit, die Tiere aus der Entfernung gut beobachten zu können. Das FĂŒttern von Wildkaninchen ist zu unterlassen, da die Populationen ansonsten zu groß werden und weitlĂ€ufige Baue oft fĂŒr VerĂ€rgerung sorgen.

Gefahren 

Nasskaltes Wetter, Fressfeinde und Störungen durch Mensch und Hund sind Hauptverursacher fĂŒr den Tod von Jungkaninchen. Daher:

  • SpaziergĂ€nger: Bleiben Sie auf den Wegen. Kaninchen können sich an ein gewisses Maß an Störungen gewöhnen, solange die fĂŒr sie vorhersehbar sind.

  • Hundehalter: FĂŒhren Sie Ihren Hund an der Leine.

SĂ€ugetieratlas
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